Einsätze, Rettungsdienste, Tätigkeiten und Aktivitäten
Das heurige Bergrettungsjahr 2025 erwies sich in Bezug auf die letzten Jahre als ein durchschnittliches Einsatzjahr. Einzelne Tätigkeiten und Einsätze waren durchaus herausfordernd aber im Großen und Ganzen waren keine „Stoßzeiten“ zu verzeichnen.
Der Übungs- und Ambulanzdienstkalender der letzten Jahre hat sich eingespielt und wird wie jedes Jahr von den Mitgliedern der Bergrettung Leutasch zahlreich besucht und abgearbeitet. So wurden auch heuer wieder für diverse Skiclubrennen bzw. -veranstaltungen der Ambulanzdienst durchgeführt sowie für den jährlichen Ganghoferlauf, den Ganghofertrail und dem Zugspitz Ultratrail.
Der Zugspitz Ultratrail war heuer und wird auch in Zukunft immer aufwendiger. So wurde heuer eine neue Strecke mit 160km und 9.000 Höhenmetern etabliert. Diese neue Strecke führte dazu, dass wir unseren Ambulanzdienst von Donnerstag 22:00 Uhr bis Samstag ca. 13:00 Uhr durchgehend besetzen mussten. Für diesen Dienst ist eine große Mannstärke erforderlich, welche ohne die Mithilfe der Nachbarortsstellen nicht möglich wäre. Nichts desto Trotz haben sich einige Mitglieder der OS Leutasch bereit erklärt einen durchgehenden Dienst durchzuführen. Dafür mein größter Dank und Respekt für Bergretter, welche nahezu 40 Stunden durchgehend am Berg ihren Dienst versehen haben, um diese einzigartige Veranstaltung erfolgreich durchführen zu können.
Da wir letztes Jahr unser Augenmerk auf die Erweiterung und Erneuerung unserer Medicabteilung mit Sanmaterial, Aufbewahrung, etc. gelegt haben, wurde heuer einiges im Hinblick auf unser nächstjähriges Jubiläum investiert. So konnten wir Anfang November unsere neue Vereinsfahne in Begleitung unseres Bürgermeisters in Mittersill in Empfang nehmen. Die Segnung wird nächstes Jahr im Zuge des Jubiläumsfestes vorgenommen werden.
Des Weiteren hat die Gemeinde Leutasch gemeinsam mit der Bergrettung, der Jagd und der Landwirtschaft eine neue Drohne angeschafft, welche für zahlreiche Einsätze (z.B.: Sucheinsätze, Mithilfe bei Bergeeinsätzen, Rehkitzrettung, etc.) eingesetzt werden kann. Ein ausgebildeter Drohnenpilot steht derzeit bereit und die Ausbildung weiterer Piloten ist derzeit im Laufen. Für die Möglichkeit einer solchen Investition möchten wir uns bei der Gemeinde Leutasch recht herzlich bedanken, da ein alleiniger Kauf durch die Bergrettung natürlich nicht die gewünschten Synergien ergibt und der Kosten/Nutzen – Aufwand nicht dafürstehen würde.
Mitglieder und Ausbildung
Sehr erfreulich ist der heurige Mitgliederzuwachs in der Bergrettung Leutasch. So konnten zwei Anwärter (Lorenz Angerer und Daniel Groder) ihre Ausbildung zum Einsatzbergretter erfolgreich abschließen und zum anderen durften wir 5 neue Mitglieder als Anwärter begrüßen. Herzliche Gratulation den neuen Einsatzbergrettern zur abgeschlossenen Ausbildung.
So stieg heuer die Mitgliederanzahl auf 38 Mitglieder – 23 Einsatzbergretter, 9 Bergretter, 1 überprüfter Anwärter, 5 Anwärter! Wir sind guter Dinge, dass der Mitgliederzuwachs nicht abreißt und sind stetig auf der Suche nach bergmotivierten neuen Mitgliedern.
Das Aus- und Fortbildungsprogramm der OS Leutasch und der Bergrettung Tirol wird nach wie vor zahlreich von unseren Mitgliedern besucht. Erfreulich ist die durchschnittlich hohe Mitgliederanzahl bei den Ortsstellenübungen, welche von Albert Neuner und Burkhard Bichler im technischen Bereich und Dr. Christian Schmittinger und Anna Baumann in Sanitätsbereich professionell geplant und durchgeführt werden – ein sakrisches Vergelt´s Gott dafür.
Recht herzlich gratulieren möchten wir Anna Baumann zur abgeschlossenen ALPIN PEER Ausbildung. Sie ist somit eine von 30 aktiven Bergrettern in Tirol, welche diese Ausbildung abgeschlossen haben. Alpin Peers sind Bergretter, die Ansprechpartner für alle jene Bergretter sind, die mit emotional belastenden Situationen im Bergrettungsdienst konfrontiert wurden. Eine sehr wichtige und zukunftsweisende Aufgabe!
Auszüge aus den Einsätzen
Die Einsatzzahlen bleiben derzeit konstant hoch – mit Stand Mitte November wurden 38 Einsätze mit über 250 Mannstunden abgeleistet. Hinzu kommen noch unzählige freiwillige Mannstunden für die Ableistung von Ambulanzdiensten und die Teilnahmen an Schulungen, Tagungen, Sitzungen und Seminaren.
Der Großteil der Einsätze bilden auch heuer wieder Wander- und Mountainbikeunfälle, welche relativ rasch und unkompliziert abgeschlossen werden können.
Leider ist es auch heuer wieder zu einem tödlichen Unfall im Bereich der Gehrenspitze gekommen. Bei einem Segelflugzeugabsturz ist der Pilot tödlich verunglückt und in Zusammenarbeit mit der FFW Oberleutasch und der Alpinpolizei geborgen worden. Die Aufräumarbeiten des zerstörten Segelflugzeuges wurde ebenfalls von der Bergrettung Leutasch unter Mithilfe des beauftragten Flugunternehmens durchgeführt. Ein großes Dankeschön in diesem Zusammenhang an alle befreundeten Institutionen für die immer tadellose Zusammenarbeit.
Erwähnenswert ist noch ein Einsatz beim Schranken zur Wettersteinhütte/Wangalm der sehr gut zur heute leider oft angetroffenen Mentalität passt. Wir wurden von der Leitstelle darüber informiert, dass sich hinter dem Schranken eine körperlich beeinträchtige Dame befindet, welche leider nicht mehr durch den geschlossenen Schranken kommt, da sie im Rollstuhl sitzt. Wir fuhren daraufhin zum Schranken, um diesen der „eingesperrten“ Dame zu öffnen. Wir trafen dort auf ein sehr aufgebrachtes Ehepaar, welche wüst schimpfend auf uns einredeten. Wir konnten über die Situation aufklären und dass es sich hier nicht um einen barrierefreien Wanderweg zur Wettersteinhütte/Wangalm handelt. Wahrscheinlich war es auch der aufgebrachten Situation geschuldet, dass dem Ehepaar auch kein „Danke“ über die Lippen kam. Gottseidank sind solche Situationen immer noch die Ausnahme und viele der verunfallten Personen sind sehr freundlich und dankbar uns gegenüber – da auch jeder Einsatz unsere Freizeit meist mit unserer Familie in Anspruch nimmt.

Abbildung 1: Abholung der Vereinsfahne in Mittersill (Bild: Bergrettung Leutasch) – (Fahne.jpg)
Abschließend möchten wir wie jedes Jahr auf den Förderer der Bergrettung Tirol hinweisen. Unter www.bergrettung.tirol/bergungskostenversicherung oder direkt über die Ortsstelle Leutasch kann das Fördererpaket um 36,–/Jahr erworben werden.
Ich möchte mich herzlichst bei der Gemeinde Leutasch, allen Förderern und Gönnern für die Unterstützung sowie allen Kameraden und Kameradinnen, die zu jeder Tages- und Nachtzeit einsatzbereit sind, bedanken. Wir wünschen allen ein besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes neues, unfallfreies Bergjahr 2026!
